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Jérémie Setton, Artist in Residence

Jérémie Setton vor seinem Werk 'Tracing Faces'
Foto: NEUE ARBEIT

Ubiquités contrariées*

*wörtlich: Zwiespältige Allgegenwart

 

„Ich bin zwar jetzt hier, ja … danke, mir geht es gut. Danke. Danke für alles, aber … aber mein Herz, mein Herz schlägt weit entfernt – es ist Zuhause.“ Worte eines Geflüchteten in Essen.

Ein Zitat aus einem Gespräch, das anlässlich der Vorbereitung unserer Ausstellung in den Räumen des Zentrums für Beschäftigung der NEUE ARBEIT der Diakonie Essen gGmbH mit Jérémie Setton geführt wurde. Diese Gespräche und Begegnungen sind Teil des Konzeptes und des Anliegens der NEUE ARBEIT, positive Impulse für eine veränderte Kultur der Begegnung und des Dialogs zu geben.

Die Idee entstand im Sommer dieses Jahres nach den vielen erschütternden Anschlägen, die nicht nur viele Menschen getötet und verletzt haben, sondern auch tiefe Spuren in unserem sozialen Gefüge hinterlassen haben. Spuren, die besonders in einer veränderten Wahrnehmung und dem Blick auf die Geflüchteten deutlich werden. Dieser, in Teilen sehr negativen Entwicklung wollen wir einen positiven Impuls durch Kreativität und Innovation entgegensetzen. 

Wir, das sind Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund, langzeitarbeitslose Teilnehmende in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und Mitarbeiter/-innen, zum Teil mit Migrationshintergrund, die bei der NEUE ARBEIT ein gemeinsames Projekt gestartet haben: eine Ausstellung mit einem renommierten Künstler aus Frankreich, der durch seinen sehr sensiblen Ansatz in seinem Schaffen sich aktuell wichtiger Themen annimmt. Dies gelingt, weil er bereit ist, intensiv und sehr aufmerksam zuzuhören, Vertrauen zu schaffen und trotz allem Schrecken Schönes zu erschaffen. 

Jérémie Setton selbst kommt aus einer Familie mit Wurzeln im europäischen und arabischsprachigem Raum. Es ist sein Anliegen, dem Unausgesprochenen, aber Fühl- und Erlebbaren Ausdruck zu verleihen. Dies schafft er auf unterschiedliche Weise. Im Kontakt mit den verschiedensten Menschen hörte er in den letzten Wochen Geschichten, die das Erleben der Gleichzeitigkeit von Erinnerung und Gegenwart, Anwesenheit und Abwesenheit erzählen, die das Gefühl von allgegenwärtigem Zwiespalt widerspiegeln. 

In der Essener Weihnachtsbotschaft 2016 „Für die Liebe“ können wir lesen: … Höre aufmerksam hin auf die Verletzungen und Geschichten der Geflüchteten und Fremden, darauf, welche Erinnerungen ihre Erzählungen bergen … Weihnachten 2016 als Hoffnungsfest einer offenen und vielfältigen Gesellschaft – das wird nur gelingen, wenn wir einander zuhören, wenn wir verstehen wollen, woher der oder die andere kommt. 

Die NEUE ARBEIT will in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Französischen Kulturzentrum Essen mit der Ausstellung einen aktiven Beitrag zu diesem Gebot der Liebe und der Hoffnung leisten. 

Wegen der positiven Resonanz ist die Austellungsdauer bis Ende März verlängert worden!

Die Ausstellung ist bis zum 31.März 2017 geöffnet.
Mo - Fr von 10 - 14 Uhr
Dienstags auf Anfrage bis 16 Uhr und donnerstag generell bis 16 Uhr.
Der Eintritt ist frei.


Die Austellung steht unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Stadt Essen Thomas Kufen und des französischen Generalkonsuls in Düsseldorf Vincent Muller und wird durchgeführt in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Französischen Kulturzentrum Essen.

Ausstellungseröffnung am 22. Januar 2017, 13.00 Uhr
Einführende Worte:  Dr. Hans-Jürgen Lechtreck, Museum Folkwang Essen 

Ort: Zentrum für Beschäftigung NEUE ARBEIT der Diakonie gGmbH, Langemarckstraße 28, Hofgebäude, 45141 Essen 

Dauer der Ausstellung: 22.1. – 31.3.2017Für Führungen nehmen wir uns gerne nachmittags Zeit und bitten alle Interessenten sich bei Frau Ute Hegener zu melden, Telefon 0201 89413-14

Ein Katalog zur Ausstellung ist in Vorbereitung.
E-Mail ute.hegener@neue-arbeit-essen.de

Weiterführende Links:

Homepage des Künstlers

Deutsch-Französisches Kulturzentrum Essen

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