Flüchtlinge finden Arbeit in der Pflege

Peter Renzel (mitte) mit zwei Probanden (links) und Projektverantwortlichen des Klinikums

Peter Renzel, Beigeordneter für die Fachbereiche Jugend, Bildung und Soziales berichtet über ein gemeinsames erfolgreiches Projekt:

Gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern des Essener Universitätsklinikums Thorsten Kaatze und  Andrea Schmidt-Rumposch konnte ich heute die Öffentlichkeit darüber informieren, dass wir unser wegweisendes Integrations- und Ausbildungs-Projekt für Flüchtlinge am Universitätsklinikum Essen fortsetzen werden.

Ich freue mich sehr, dass unser JobCenter mit dem BAMF, dem Universitätsklinikum Essen in Zusammenarbeit mit der NEUE ARBEIT der Diakonie dieses vorbildhafte Projekt entwickelt hat. Geflüchtete zu qualifizieren und gleichzeitig den Fachkräftemangel zu in der Pflege bekämpfen: Das ist eine echte Erfolgsgeschichte und ein tolles Beispiel, wie man soziales Engagement und Bekämpfung des Fachkräftemangels kombinieren und gleichzeitig Geflüchteten nachhaltige berufliche Perspektiven bieten kann.

Unser JobCenter hat in diesem Jahr übrigens bereits knapp 1.600 Geflüchtete in sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen in Essener Unternehmen des sogenannten „ersten Arbeitsmarktes“ vermittelt. Das sind knapp 70% mehr als im Vorjahr. Grundlage dieses Erfolges ist eine erfolgreiche Sprachbildung, die Anerkennung der im Heimatland abgeschlossenen Schul-, Studien- und/oder Berufsausbildungen und die Organisation von individuellen Förderketten für jeden Einzelnen durch die Arbeitsvermittler unseres JobCenters. Oftmals ein überaus komplexer und langwieriger Prozess. Deshalb ist diese hohe Zahl der Integrationen in den ersten Arbeitsmarkt auch als sehr erfolgreich zu bezeichnen. Der Erfolg spornt uns weiter an.

Hintergrund zum Projekt:
Jungen Flüchtlingen die Integration erleichtern und ihnen eine berufliche Perspektive bieten sowie in der angespannten Arbeitsmarkt-Situation neue Pflegekräfte finden: Das waren die Grundgedanken eines Förderprogramms, das das Universitätsklinikum Essen vor zwei Jahren mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, dem Jobcenter Essen und der NEUE ARBEIT der Diakonie Essen gestartet hatte. Die ersten Ergebnisse dieses für die Metropolregion Ruhr wegweisenden Projekts können sich sehen lassen: Vier Flüchtlinge haben, vorbereitet durch einen Intensiv-Sprachkurs, vor acht Monaten ihre Berufsbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger am Uniklinikum Essen aufgenommen. Sie sind damit auf dem besten Weg, dauerhaft am Uniklinikum arbeiten zu können.

Mit diesen positiven Erfahrungen wird das besondere Förderprogramm jetzt in die nächste Phase gehen. Neben jungen Flüchtlingen werden künftig auch Migranten als Teilnehmer angesprochen. Ihnen bietet sich neben der klassischen dreijährigen Ausbildung zum examinierten Gesundheits- und Krankenpfleger auch die Möglichkeit, eine verkürzte einjährige Ausbildung als Krankenpflegehelfer zu absolvieren. Samt Intensiv-Sprachkurs würden sie dem bekannt angespannten Pflege-Arbeitsmarkt bereits nach eineinhalb Jahren zur Verfügung stehen.

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